Der Unterschied einfach erklärt
Beide Ausweisarten bewerten die energetische Qualität eines Wohngebäudes, gehen das aber unterschiedlich an. Der Verbrauchsausweis schaut auf die Vergangenheit: Wie viel Heizenergie wurde tatsächlich verbraucht? Der Bedarfsausweis schaut auf das Gebäude selbst: Wie viel Energie benötigt es rechnerisch, unabhängig vom Heizverhalten der Bewohner?
- Verbrauchsausweis: Grundlage sind reale Verbrauchsdaten (Heizkostenabrechnungen) der letzten 3 Jahre.
- Bedarfsausweis: Grundlage ist eine Ingenieur-Berechnung von Dämmung, Fenstern, Heizung und Geometrie.
Welcher Ausweis ist für mein Gebäude zulässig?
Die Wahl ist nicht immer frei. Das Gebäudeenergiegesetz schreibt für bestimmte ältere, kleine Gebäude den Bedarfsausweis vor. Das Heimpass-Formular prüft die Voraussetzungen automatisch anhand Ihrer Angaben.
- Verbrauchsausweis zulässig: bei Wohngebäuden mit mindestens 5 Wohneinheiten sowie bei kleineren Gebäuden, die ab dem 1. November 1977 errichtet oder entsprechend energetisch saniert wurden.
- Bedarfsausweis vorgeschrieben: bei Wohngebäuden mit bis zu 4 Wohneinheiten, deren Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde und die seither nicht auf den Stand der 1. Wärmeschutzverordnung gebracht wurden.
- Der Bedarfsausweis ist außerdem immer freiwillig wählbar.
Kosten im Vergleich
Bei Heimpass kostet der Verbrauchsausweis 49 € und der Bedarfsausweis 149 € — jeweils zum Festpreis inkl. MwSt. und DIBt-Gebühren. Der Preisunterschied ergibt sich aus dem höheren Berechnungsaufwand des Bedarfsausweises.
Welcher ist der „bessere" Ausweis?
Rechtlich sind beide gleichwertig. Der Verbrauchsausweis ist günstiger und schneller, spiegelt aber das Heizverhalten der bisherigen Bewohner wider. Der Bedarfsausweis ist objektiver und für Sanierungsplanung aussagekräftiger, weil er das Gebäude selbst bewertet. Für den reinen Verkauf oder die Vermietung genügt in der Regel der zulässige, günstigere Verbrauchsausweis.